Mobilfunk-Rahmenvertrag für Unternehmen

Der Rahmenvertrag ist kein Tarif. Er ist eine Liste von Positionen.

Die meisten Unternehmen verhandeln davon genau eine, den Preis je Karte, und lassen die fünf liegen, die über die Laufzeit mehr bewegen. Diese Seite sagt, welche Positionen in einem Mobilfunk-Rahmenvertrag überhaupt zur Verhandlung stehen und woran Sie erkennen, dass Ihrer in die Jahre gekommen ist.

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Was ein Rahmenvertrag regelt und was in der Anlage steht

Ein Mobilfunk-Rahmenvertrag enthält häufig selbst keine Preise. Er regelt, wer bestellen darf, welche Gesellschaften einbezogen sind, wie lange er gilt, wie er endet und unter welchen Bedingungen einzelne Karten hinzukommen. Die Konditionen stehen in einer Anlage, dem Preisblatt.

Daraus folgt eine unangenehme Beobachtung: Wer sagt, er habe „den Rahmenvertrag neu verhandelt", hat oft nur die Anlage angefasst. Der Preis je Karte ist neu, die Mechanik dahinter ist unverändert. Und die Mechanik entscheidet, was der Vertrag in Monat 30 wert ist.

Die sechs Positionen, die zur Verhandlung stehen

Keine dieser Positionen ist exotisch. Sie stehen in jedem Rahmenvertrag, und sie sind alle verhandelbar. Sie werden nur selten alle aufgerufen.

Grundpreis je Karte und Tarifprofil

Nicht ein Preis, sondern mehrere. Vieltelefonierer, reine Datenkarten, Maschinenkarten und Ersatzkarten haben unterschiedliche Bedarfe. Ein Rahmenvertrag, der alles über ein einziges Profil abbildet, bezahlt für jede Karte den Bedarf der anspruchsvollsten.

Hardware-Anteil

Ob Endgeräte im Vertrag stecken, als einmaliges Budget, als laufender Zuschuss oder gar nicht, verschiebt den Preis je Karte, ohne dass sich am Tarif etwas ändert. Diese Position gehört getrennt ausgewiesen. Solange sie im Kartenpreis steckt, lässt sich kein Angebot mit einem anderen vergleichen.

Bereitstellung und Einrichtung

Anschlusspreise, Aktivierungsentgelte, SIM-Wechsel, Portierungen, Ersatzkarten. Einzeln unauffällig, über einen Bestand und eine Laufzeit hinweg eine eigene Position. Sie ist regelmäßig verhandelbar und wird regelmäßig nicht verhandelt.

Sonderkündigungsrechte

Was gilt beim Verkauf eines Standorts, beim Ausscheiden einer Gesellschaft, bei dauerhaft unzureichender Netzabdeckung an einem neu bezogenen Standort? Ohne ausdrückliche Regelung gilt nichts davon. Mit Regelung ist es ein anderer Vertrag, ohne dass sich am Preis etwas ändert.

Laufzeitkopplung neuer Karten

Die Position, die niemand liest. Sie entscheidet, ob eine im 22. Monat bestellte Karte mit dem Rahmenvertrag ausläuft oder eine eigene Bindung beginnt. Im zweiten Fall steht am geplanten Vertragsende immer eine Karte mitten in der Laufzeit, und der Vertrag ist faktisch nicht mehr sauber zu beenden.

Volumenstaffeln und ihre Schwellen

Nicht nur, welche Staffel heute greift, sondern was geschieht, wenn der Bestand wächst oder schrumpft. Eine Staffel, die nur nach oben wirkt, ist keine Staffel, sondern eine Einbahnstraße. Und die Schwelle selbst ist verhandelbar, nicht nur die Stufe, in der man gerade steht.

Die Position, die niemand liest

Von den sechs ist die Laufzeitkopplung die, die am häufigsten übersehen wird und am längsten nachwirkt. Sie steht meist nicht im Preisblatt, sondern weiter hinten im Vertragstext, in einem Absatz über Nachbestellungen.

Nachbestellte Karten und ihre Laufzeit

Läuft eine später bestellte Karte mit dem Rahmenvertrag aus, bleibt der Vertrag als Ganzes zu einem Stichtag kündbar. Startet sie dagegen eine eigene Bindung, steht an jedem denkbaren Vertragsende irgendeine Karte mitten in der Laufzeit. Wer dann wechseln will, zahlt entweder Restlaufzeiten aus oder verschiebt die Entscheidung. Beides ist teuer, und beides ist bei Abschluss eine Frage von zwei Sätzen im Vertrag.

Dasselbe gilt für die Frage, zu welchen Konditionen nachbestellt wird: zu denen des Rahmenvertrags oder zu den jeweils aktuellen. Ohne Regelung ist die Antwort im Zweifel nicht die, die dem Kunden nützt.

Woran Sie erkennen, dass Ihr Rahmenvertrag alt ist

Keines dieser Zeichen ist für sich ein Grund zu handeln. Drei davon zusammen sind es.

Er verlängert sich stillschweigend, und niemand kann sagen, wann zuletzt aktiv über ihn entschieden wurde.

Das Preisblatt trägt kein Datum, oder eines, das älter ist als der letzte größere Netzausbau.

Das Datenvolumen ist in Stufen geregelt, die aus der Zeit vor der breiten 5G-Nutzung stammen.

EU-Roaming steht als kostenpflichtige Zusatzoption darin.

Es gibt eine Staffel nach oben, aber keine nach unten.

Mehrere Gesellschaften des Unternehmens hängen an mehreren Verträgen, obwohl sie dieselbe Einkaufsentscheidung treffen.

Das Hardware-Budget war einmalig bei Abschluss vorgesehen und ist seither aufgebraucht.

Die Kündigungsfrist steht in keinem System, sondern in einem Kalender oder in einem Kopf.

Warum auf dieser Seite keine Preisliste steht

Die häufigste Suche zu diesem Thema ist die nach einer Preisliste für Rahmenvertragskunden, gern als PDF. Sie existiert nicht in der Form, in der sie gesucht wird. Rahmenvertragskonditionen werden zwischen einem Anbieter und einem einzelnen Unternehmen vereinbart und unterliegen in aller Regel einer Vertraulichkeitsabrede.

Was für Sie gilt, steht in Ihrem eigenen Preisblatt. Und was in einer Verhandlung erreichbar ist, entscheidet sich an Ihrer Menge, Ihrer Laufzeit, Ihrem Hardware-Anteil und daran, wie viele Anbieter für Ihre Standorte überhaupt in Frage kommen. Eine Seite, die diese vier Größen nicht kennt, könnte eine Zahl nur raten. Deshalb steht hier eine Liste von Positionen und keine Zahl.

Auch das CommsOS-Portal behauptet keinen Marktpreis. Es zeigt den Preis, der für Sie vereinbart wurde, und jede Abweichung davon auf der Rechnung. Den Marktpreis holt Comms Connect in der Vergabe.

Wie eine Neuverhandlung abläuft

Vier Schritte, und Sie entscheiden nach jedem davon, ob es weitergeht.

1. Bestand und Vertrag lesen

Kartenzahl, Preis je Karte, Laufzeit, Hardware-Anteil, Zahl der beteiligten Gesellschaften. Erst danach ist klar, ob überhaupt etwas zu holen ist.

2. Einschätzung, keine Spanne

Sie bekommen eine Aussage dazu, ob sich ein Blick in den Markt lohnt, mit Begründung. Wenn nichts zu holen ist, steht das genauso da.

3. Anfrage mit echten Zahlen

Erst nach Ihrer Zustimmung gehen Anfragen heraus, mit Ihrer tatsächlichen Kartenzahl und Ihrem tatsächlichen Bedarf. Ihr jetziger Anbieter wird dabei mit angefragt.

4. Sie entscheiden

Angebote nebeneinander, Hardware-Anteil getrennt ausgewiesen, die sechs Positionen einzeln benannt. Bleiben ist eine der drei möglichen Entscheidungen.

Häufige Fragen zum Mobilfunk-Rahmenvertrag

Gibt es eine öffentliche Preisliste für Rahmenvertragskunden?
Nicht in der Form, in der danach gesucht wird. Rahmenvertragskonditionen werden zwischen einem Anbieter und einem einzelnen Unternehmen vereinbart und unterliegen in aller Regel einer Vertraulichkeitsabrede. Was als PDF im Netz kursiert, ist entweder veraltet, für eine andere Mengenstaffel gerechnet oder für eine Konstellation, die mit Ihrer nichts zu tun hat. Maßgeblich ist allein das Preisblatt als Anlage zu Ihrem eigenen Vertrag.
Was ist der Unterschied zwischen Rahmenvertrag und Einzelvertrag?
Ein Einzelvertrag gilt für eine Karte oder einen Anschluss. Ein Rahmenvertrag regelt die Bedingungen für alle Karten eines Unternehmens: wer bestellen darf, welche Gesellschaften einbezogen sind, welche Staffel gilt und was mit Karten passiert, die später hinzukommen. Der Rahmenvertrag enthält dabei oft selbst keine Preise, die stehen in einer Anlage.
Ab welcher Kartenzahl lohnt sich ein Rahmenvertrag?
Eine feste Schwelle gibt es nicht, und wer eine nennt, kennt Ihren Bestand nicht. Ausschlaggebend ist weniger die Zahl der Karten als die Frage, ob sie in einem Vertrag gebündelt sind. Mehrere Gesellschaften mit je eigenem Vertrag verhandeln jede für sich aus der kleinen Staffel heraus, obwohl sie zusammen eine andere Größe hätten.
Kann ich einen Rahmenvertrag nachverhandeln, bevor er ausläuft?
Ja, das ist sogar der Regelfall. Anlässe sind ein deutlich gewachsener Bestand, eine Umstrukturierung, ein neuer Standort mit anderer Netzlage oder der Wunsch nach einer längeren Bindung. Eine Neuverhandlung während der Laufzeit endet häufig mit einer neuen Laufzeit, und genau das ist die Gegenleistung, die Sie anbieten.
Verlängert sich ein Mobilfunk-Rahmenvertrag automatisch?
In den meisten Fällen ja, sofern nicht fristgerecht gekündigt wird. Die stillschweigende Verlängerung ist die schwächste Verhandlungsposition, die es gibt: Der Anbieter hat kein Risiko mehr, und das Unternehmen hat keinen Zeitpunkt mehr, an dem es etwas verlangen könnte. Die Frist gehört deshalb in ein System, nicht in einen Kopf.
Was ist eine Laufzeitkopplung?
Die Regelung, welche Laufzeit eine Karte bekommt, die mitten im Rahmenvertrag bestellt wird. Läuft sie mit dem Rahmenvertrag aus, bleibt der Vertrag als Ganzes kündbar. Startet sie eine eigene Bindung von 24 oder 36 Monaten, steht am geplanten Vertragsende immer mindestens eine Karte mitten in der Laufzeit. Dann ist der Rahmenvertrag praktisch nicht mehr sauber zu beenden.
Braucht jede Gesellschaft einen eigenen Rahmenvertrag?
Nein. Ein Rahmenvertrag kann mehrere Gesellschaften einbeziehen, mit getrennter Rechnungsstellung je Gesellschaft und gemeinsamer Mengenbetrachtung. Ob das im konkreten Konzern gewollt ist, hängt an Haftung, Abrechnung und Mitbestimmung. Verhandelt wird es am Anfang, nicht hinterher.
Wer verhandelt den Rahmenvertrag, wenn wir keine eigene Einkaufsabteilung haben?
Comms Connect führt die Vergabe und verhandelt mit den Anbietern, auch mit Ihrem jetzigen. Sie liefern die Zahlen und entscheiden am Ende. Wie Comms Connect dabei vergütet wird, steht offen auf einer eigenen Seite.